willkommen auf meiner webseite

Hallo liebe Lesenden.

Willkommen auf meiner Webseite.

Es ist nicht die erste Website, die ich erstellt habe und auch nicht die erste, die ich eigenverantwortlich pflege. Allerdings ist es die erste, bei der es nicht um ein bestimmtes Produkt oder Angebot geht, sondern um mich, meine Ideen und meine Projekte.

Für mich war das Internet schon vor Merkel Neuland. Ich habe erst spät Zugang dazu gefunden. Einerseits war das Internet in meiner Jugend echt teuer und laut (wenn heute ein Gerät solche Geräusche machen würde, wie ein Modem damals, hätten die meisten Menschen wahrscheinlich Angst, dass gleich etwas explodiert). Zum anderen war der Informatikunterricht damals eher unzureichend.

Wie bei so vielen anderen hat sich einer der älteren männlichen Lehrer bereit erklärt, das Fach zu übernehmen. Der Lehrkörper dachte sich wahrscheinlich, er könne dort abhängen und die Schüler mit banalen Office-Programmen abspeisen oder sie einfach im Internet surfen lassen. Leider blieb es nicht bei diesem Gedanken. So sah unser „Unterricht” wirklich aus. Und ja, unser Lehrer hatte vermehrt Probleme beim Hochfahren des Geräts. Alles in allem das lebende Klischee.

Und so war ich weder Nutzer noch Anwender der neuen Technologie. Während sich meine Mitschüler in Wikipedia und Google tummelten und sich via ICQ und MSN Messenger auch außerhalb der analogen Welt unterhielten, hatten wir zu Hause eine Enzyklopädie auf CD-ROM. Die half mir wenig, als ich einen Vortrag halten musste, der mir als Strafe für mein, wie ich noch heute denke, komödiantisches Geschick im Schulunterricht aufgebrummt wurde. Es ging um einen vietnamesischen Kriegshelden, dessen Name mir noch lautmalerisch im Gedächtnis erscheint, den ich aber nicht schreiben möchte, um keine Fehler zu machen. Natürlich werde ich ihn jetzt auch nicht googlen. Was mir damals verwehrt blieb, kann heute nicht mehr gerettet werden.

Um meinen Vortrag vorzubereiten, ging ich in die Bibliothek unseres Berliner Vororts und durchsuchte unsere CD-ROM-Enzyklopädie nach bestem Wissen und Gewissen. Doch ich fand nur wenige Informationen.

Es kam, wie es kommen musste. Mein Vortrag war eine Katastrophe. Ich habe eine schlechte Note bekommen und mir dann jahrelang eingeredet, dass schlechte Noten die Konsequenz meines Klassenclown-Verhaltens wären. Bestrafung und Versagensängste inklusive.

Abgesehen davon, dass mein Humor hervorragend ist, habe ich viele Jahre lang den falschen Schluss aus dieser Situation gezogen.

Worum es eigentlich ging, war, dass mir der Zugang zum Internet und damit zu dem für den Erfolg des Referats notwendigen Wissen verwehrt geblieben ist. Ich wusste, dass ich, hätte ich alle Informationen gehabt, einen guten Vortrag hinlegen könnte, denn Sprache, Sprechen und Entertainment lagen mir schon immer im Blut – diese Fähigkeiten hatten mich schließlich erst in diese Situation gebracht.

Von da an wollte ich auch Teil des Internets sein. Als wir dann endlich eine Internetverbindung hatten – die ersten Flatrates waren damals ein neues Geschäftsmodell, was sich heute kaum noch jemand vorstellen kann – habe ich mich mit allem beschäftigt, was es zu entdecken gab. Mich faszinierten die Mechaniken des Internets. Foren, Webseiten, IP und Domains, Suchmaschinen und die ersten sozialen Netzwerke (bzw. deren Vorläufer oder Ausläufer) haben ein wahres Netzwerk in mir selbst gesponnen. Ich konnte die Dinge miteinander verknüpfen und habe schon früh das Potenzial gesehen, das das Internet für mich bis heute hat. Neben seinen vielen Schattenseiten, deren Ursachen und Auswirkungen es unbedingt zu bekämpfen gilt, ist das Internet auch ein Ort des Wissens und des Austauschs. 

Ich habe so viel gelesen und gesehen, wovon ich nicht gedacht hätte, dass es möglich wäre. Obwohl ich noch nicht an bestimmten Orten der Welt war, habe ich Sehnsuchtsorte, die ich besser kenne als manche Großstadt in Deutschland. Ich kenne Leute auf der ganzen Welt. Meine Freude am Reisen habe ich durch Bilder entdeckt, die mir das Internet gezeigt hat. Meine Freude am Schreiben, am Humor und an den fantastischen Dingen, zu denen Menschen fähig sind, wurde stark durch die Formate und Möglichkeiten im Internet geprägt.

Noch immer sind viele dieser Möglichkeiten für einen Großteil der Menschen nicht zugänglich. Aus Armut, Unwissen oder Desinteresse. Die meisten Menschen nutzen zwar ChatGPT und fühlen sich in den sozialen Netzwerken zu Hause, haben deren Mechaniken verstanden, aber nur wenige wissen, wie das Internet funktioniert, warum Menschen für Demokratie, Freiheit und gegen Hass im Web kämpfen und wie sie selbst eine Webseite bauen können, auf der sie ihre Gedanken, Träume und Projekte so teilen und gestalten können, wie sie wollen.

Mit dieser Seite gehe ich einen weiteren Schritt in Richtung Selbstbestimmung der Inhalte, die andere sehen können. Ich mache mich nicht von Algorithmen oder Systemlogiken abhängig, schreibe nicht für Likes und Kommentare, sondern für den Austausch – und in erster Linie für mich selbst. Ich kann selbst bestimmen, was ich teile, wann ich es teile und auch, warum ich es teile. Damit lebe ich meine Vorstellung von der Demokratisierung des Internets. Unter meiner Domain und mit meinem Namen, nicht hinter einem Pseudonym. Wer möchte, kann sich mit mir austauschen. Wer nicht, der nicht. 

Ich teile meine Gedanken und Perspektiven, weil ich beim Aufschreiben selbst lerne. Außerdem glaube ich, dass es Ansätze und Ideen gibt, die auch für andere interessant sein können. Das Internet hat mich gelehrt, mich dort inspirieren zu lassen, wo es nicht um SEO, sondern um die Perspektiven einzelner geht.

Durch Blogs von Einzelpersonen oder Kollektiven, durch ihre Meinungen und Perspektiven, wurde ich sozialisiert. Auch politisch. Durch die Vielfalt der Perspektiven habe ich gelernt, nicht absolut zu denken, zu reflektieren und wissenschaftlich zu arbeiten. Manchmal habe ich mich aber auch einfach unterhalten lassen. Und manchmal finde ich Dinge auch einfach doof. Und das ist vollkommen in Ordnung. Wer nicht für Maschinen, sondern für Menschen schreibt, erreicht sie an verschiedenen Punkten und aus verschiedenen Perspektiven. Das bedeutet auch, Fehler zu machen, jemanden mit einem unangenehmen oder unlustigen Gedanken zu konfrontieren. Oder einen Dinge denken und fühlen zu lassen, die man noch nie gedacht oder gefühlt hat, die einen prägen oder sogar das Leben verändern.

All das wünsche ich euch – und mir – mit dieser Seite. Vielleicht schreibe ich regelmäßig, vielleicht auch nicht. Für mich ist das Internet nicht performativ. Manchmal hat man keine Zeit oder keine Lust zu schreiben, denn das Leben findet außerhalb des digitalen Raums statt. Ich komme allerdings gerne hierher, weil es auch ein Raum zum Denken, Träumen und Weiterbilden ist.

Daher gebe ich hier meinen Anteil an Gestaltarbeit hinein und wünsche dir, dass auch du das Internet so gestalten kannst, wie du es möchtest. Vielleicht mit einem eigenen Blog oder ähnlichen Projekten wie denen, die du hier auf meiner Seite findest.

Viel Neugier beim Lesen.

László